Greetsiel

De lüttje Loog

berühmte Greetsieler Häuserzeile im Hintergrund, Hafenbecken mit zwei Greetsieler Kuttern im Vordergrund

Ein kleines Fischerdorf, wie es viele an der ostfriesischen Küste gibt und doch ist jedes Einzelne auf seine Art besonders und versprüht seinen eigenen Charme. In über 650 Jahren Geschichte hat Greetsiel viele Menschen und ihre Geschichten erlebt und bietet viele Sehenswürdigkeiten aus den unterschiedlichen Jahrhunderten.

Gegründet wurde Greetsiel von der Häuptlingsfamilie der Cirksena, die später sogar ihre Häuptlingsburg von Appingen nach Greetsiel verlegten. Der Name Greetsiel setzt sich aus dem Wort „gred“ für Wiese, Weide, angeschwemmtes Land und Siel zusammen und bedeutet so viel wie „Siel am Neuland“. Erstmals erwähnt wurde der Ort unter diesem Namen 1388 in den Briefen von Ocko I. tom Brok, als gerade Hamburger Schiffe vor Anker lagen und Zoll entrichten mussten. Greetsiel liegt nicht nur am Siel – nein – es ist vielmehr umgeben von Sielen, die sich durch die ganze Krummhörn ziehen und früher das wichtigste Verkehrsnetz waren. Mit so genannten Loogschiffen brachten die Dorfschiffer die landwirtschaftlichen Erzeugnisse nach Emden und brachten auf dem Rückweg Güter aus der Stadt mit in die Dörfer. Allerdings kommt man von Greetsiel auch nicht überall hin, so ist beispielsweise der Zugang von den Binnenlandsielen zur Nordsee über Greetsiel nicht möglich. Zwar gibt es ein Schöpfwerk im Ortskern, das dient jedoch lediglich der Entwässerung und hat keine Schleusfunktion. Auf diese Weise endet sowohl für die von der Nordsee kommenden Kutter als auch für die von den Binnenlandsielen kommenden Boote und Kanus die Fahrt immer in Greetsiel.

In Greetsiel gibt es einige sehr alte Gebäude, die von alten Baustilen zu erzählen wissen und bis heute noch in gutem Zustand sind. Poppingas Alte Bäckerei ist eines von diesen Gebäuden und ist in der Sielstraße 21 zu finden. Das Haus stammt aus dem 19 Jahrhundert und die Inneneinrichtung ist unverändert erhalten geblieben. Heute ist die alte Bäckerei vor allem Café, Museum und Galerie. Auf der Sielstraße gibt es zwei weitere Gebäude (Nr. 11 & Nr. 15), die durch ihre Bauform sich von den übrigen Gebäuden in dieser Straße abheben. Sie wurden nach niederländischem Vorbild mit Glockengiebeln erbaut. Zeitgleich dient diese Häuserzeile entlang der Sielstraße auch als typisches und beliebtes Fotomotiv, natürlich gleich nach den Zwillingsmühlen am Ortseingang. Weitere geschichtsträchtige Gebäude sind das Haus von Halem, das Hohe Haus, das Amtmannshaus und natürlich der ehemalige Stammsitz der Familie Cirksena sowie die rechteckige Backstein-Saalkirche mit ihrer Orgel. Das Gehäuse der Orgel stammt noch aus dem 17. Jahrhundert und ist mit schönen barocken Schnitzereien verziert.

Heute ist Greetsiel vor allem ein beliebter Ferienort, der sich vieler Touristen erfreut. Kein Wunder, dass sich in den Sommermonaten beinahe dreimal so viel Menschen in dem Ort aufhalten, wie es Einwohner hat. Dementsprechend bietet Greetsiel auch immer wieder regelmäßige touristische Veranstaltungen an, wie beispielsweise die Greetsieler Woche oder den Greetsieler Kutterkorso.

Eines steht jedenfalls fest: Greetsiel ist ein kleines charmantes Fischerdorf, das seine Besucher herzlich willkommen heißt.